Transferprojekt des Monats: Mit Beschichtungen gegen die Eisanhaftung

Vereiste Rotoren bei Windrädern, Eisschichten in Kühlanlagen, von Raureif bedeckte Sichtscheiben – Eis- und Raureifbildung an technischen Anlagen bringen oft vielfältige Probleme mit sich. Bei Windenergieanlagen und Kälteanlagen führen sie zur Senkung des Wirkungsgrades, Erhöhung des Wartungsaufwandes und zu ungeplanten Stillstandzeiten.

Die Wissenschaftler im Projekt EISAB wollen den Problemen der Eisbildung sowie der dauerhaften Eisanhaftung mit einer neuen Strategie zu Leibe zu rücken. Sie haben dazu eine aktive Polymerbeschichtung entwickelt, mit der es gelingt, Vereisungstemperaturen zu senken und Eisadhäsion zu vermindern. Das Schichtkonzept kombiniert verschiedene Wirkprinzipien der Eisabweisung, so vor allem den Tausalzeffekt und das Prinzip der pyroelektrischen Interaktion. Pyroelektrische Materialien reagieren auf eine Temperaturänderung mit der Änderung ihrer Oberflächenladung. Das stört die Eisanhaftung. Und deshalb ist dieser Effekt ganz besonders interessant, wenn Temperaturwechsel ganz natürlich vorkommen.

Die Wirkungsweise eines solchen eisabweisenden und vereisungsminimierenden Beschichtungssystems wird aktuell für die Beschichtung von Rotorteilen und Gehäuseteilen im Außenbereich der Windenergie demonstriert. Die Forschungspartner wenden sich nun an Unternehmen, um die Beschichtungstechnologie auf spezielle Anwenderproblematiken anzuwenden und zu optimieren.

Im Projekt EISAB arbeiten Forschungspartner der TU Dresden und dem IPF Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e.V. gemeinsam an der Entwicklung des eisabweisenden Beschichtungssystems. Unterstützt werden sie dabei von assoziierten Partnern aus der Windenergiebranche.

Was ist das „Transferprojekt des Monats“?

Die Herausgeber des „Dresdner Transferbrief“, die TU Dresden, die TechnologieZentrumDresden GmbH, die GWT-TUD GmbH und die Industrie- und Handelskammer Dresden wählen jeden Monat ein umsetzungsnahes oder umgesetztes Forschungs- und Entwicklungsprojekt für das Transferprojekt des Monats aus. Der Dresdner Transferbrief hat das Ziel, regionalen Forschungsergebnissen einen weiteren Kanal für die Öffentlichkeit zu bieten und die Anstrengungen für Forschung- und Entwicklung in Verbindung mit der Verwertung zu würdigen. Diese Informationen sollen gleichzeitig der Inspiration und Motivation für neue innovative Projekte dienen.

Unternehmen oder Forschungseinrichtungen, die sich mit ihrem Projekt für das Transferprojekt des Monats bewerben wollen, können dies einfach und formlos per E-Mail an uns wenden.
Kontakt: contact(at)gwtonline.de

Die aktuelle Ausgabe des Dresdner Transferbriefes finden Sie hier zum Download.