Herzschwäche – die unterschätzte Gefahr

Presseinformation vom 11. August 2017

Herzschwäche bedeutet, dass das Herz nicht mehr dazu in der Lage ist, die benötigte Menge Blut durch den Körper zu pumpen. Typische Symptome sind Luftnot, insbesondere bei Belastungen, zum Beispiel beim Treppensteigen, aber auch Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Eine frühzeitige Therapie ist wichtig, um ernste Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu verhindern. In aktuellen Studien wird die Langzeitwirkung einer neuen, vielversprechenden Therapie untersucht.  

In Deutschland wird die Zahl der Patienten mit Herzschwäche (Herzinsuffizienz) auf zwei bis drei Millionen geschätzt. Jährlich kommen etwa 300.000 Patienten hinzu, 50.000 sterben an dieser Krankheit. „Eine chronische Herzschwäche entwickelt sich allmählich, in der Regel über Monate oder Jahre“, weiß Professor Andreas Birkenfeld, Direktor des Studienzentrums Metabolisch-Vaskuläre Medizin in Dresden und Professor an der Medizinischen Klinik 3 des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden. „Es gibt unterschiedliche Ursachen für die chronische Herzschwäche. Zu den häufigsten Auslösern gehören ein unzureichend behandelter Bluthochdruck, eine Verkalkung der Herzkranzgefäße, ein Diabetes und starkes Übergewicht“, so Professor Birkenfeld weiter. Patienten neigen dazu, Atemnot, Leistungsschwäche und Knöchelödeme nicht wahrzunehmen oder diese Symptome auf das Alter zu schieben.

Ein schwaches Herz ist jedoch keineswegs eine normale Alterserscheinung, wie oft geglaubt wird. Eine frühe und konsequente Therapie ist wichtig, um ernste Folgen zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern. In den letzten Jahren sind bereits große Fortschritte bei den Therapiemöglichkeiten erzielt worden.

Derzeit werden mehrere klinische Studien initiiert, die die Langzeitwirkung eines vielversprechenden neuen Therapieansatzes bei Patienten mit Herzschwäche untersuchen. Dieser Ansatz beruht darauf, den Stoffwechsel des Herzens zu verbessern und überflüssige Glukose und Natrium über die Niere auszuscheiden. Im Rahmen der internationalen Forschung bei Herzschwäche und anderen kardiovaskulären Erkrankungen nimmt das Studienzentrum Metabolisch-Vaskuläre Medizin Dresden auch an solchen Studien teil. Somit haben Patienten mit Herzinsuffizienz in Dresden und Umgebung die Möglichkeit von diesen neuen Therapieansätzen zu profitieren.

Nähere Einzelheiten über die neuen Therapiemöglichkeiten und Untersuchungen erfahren Sie auch auf der Webseite unter www.diabetes-dresden.de. Interessenten können sich von Montag bis Freitag zwischen 8.30 und 15.00 Uhr unter Telefon 0351 4400591 anmelden.

 Das in der GWT-TUD GmbH verankerte Studienzentrum Metabolisch-Vaskuläre Medizin entwickelte sich seit der Gründung im Jahr 2000 zu einer hochqualifizierten Forschungseinrichtung für klinische Studien mit dem Fokus auf Stoffwechselerkrankungen. Mit einem breitgefächerten Spektrum von Indikationen bietet das Studienzentrum vor allem für die Arzneimittelforschung einen umfassenden Service. Dieser reicht von der generellen medizinischen Beratung und Planung über Rekrutierungsleistungen, der Durchführung klinischer Studien der Phasen II bis IV und „Investigator Initiated Trials“ (IIT) bis hin zur Publikation und Präsentation der Studienergebnisse. Seit 2014 ist Professor Andreas Birkenfeld, als Nachfolger von Professor Markolf Hanefeld, Direktor des Studienzentrums und gleichzeitig Professor für Metabolisch Vaskuläre Medizin in der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden.